Sonntag, 21. Oktober 2007

Tropfen der Trauer oder Schäfchen im Trockenen?

Achtung persönlich gefärbt:


Heute Morgen bin ich aufgewacht in Köln und es regnete zum ersten Mal richtig fest! Ein schlechtes Omen? Als ich die ersten Wahlresultate aus der Schweiz im Internet las war es eigentlich klar: der Himmel wusste den Ausgang natürlich bereits vorher und schickte mir die Trauerbotschaft in Tropfen zum Frühstück. Das Wetter trauert mit mir. Naja, die restlichen Kölner dürften die Schweizer Parlamentswahlen wenig interessieren, die dachten wohl, typisches Herbstwetter, -und nahmen den Regenschirm hervor.
Auch wenn Petrus und seine Kumpanen hoffentlich wichtigeres zu tun haben als sich um schweizerisches Wahlkampfgeplänkel zu scheren und sie nicht einfach links- oder rechts, sondern hoffentlich vor allem über der Sache stehen,- ganz irrelevant ist so eine Parlamentswahl sicher nicht. Offenbar wählen immer mehr Menschen eine Partei, die außer laut rumschreien und ständig zu provozieren wenig liefert für den Staat, die wenig für Kultur und nichts für kulturelle Vielfalt tut und die mit ihren Kampagnen Angst und Ausländerfeindlichkeit fördert. Das ist doch traurig! Vier Prozent und neun Sitze Verlust: ein klares Debakel für die SP!
Doch Wahlkampf ist Showtime und die Show hat die Linke offensichtlich schlecht inszeniert. Während die nun siegreiche SVP in den letzten Wochen ständig in den Medien war und mit ihrer Wahlkampagne polarisierte, war von der SP sehr wenig zu hören, sie reagierten nur und brachten es nicht fertig mit eigenen Themen in die Schlagzeilen zu kommen. Hierzu habe ich einen interessanten Artikel auf Spiegel Online gelesen (Artikel). Den Menschen in der Schweiz geht es momentan wohl zu gut, um sich groß für die sozialen Themen zu interessieren, deswegen ist es für die linken Parteien wieder schwieriger geworden. Andererseits haben wir auch kein wirkliches Ausländerproblem und die SVP gewinnt trotzdem die Wahlen damit?! Die Leute lassen ich stark von charismatischen Köpfen und starker Präsenz beindrucken und von plakativen Schlagzeilen überzeugen und nicht unbedingt von tiefgründigen Inhalten und das hat vor allem die SVP und zu wenig die SP verstanden. Aber Politiker zu sein ist sicher nicht einfach: da wären die ideologische Gesinnung, dann die harzige politische Realität und schließlich sollte man noch Kommunikationsexperte, ja fast Schauspieler sein, um beim Volk zu überzeugen. Doch dies muss man wohl vereinen können, wenn man gewählt werden will und ich wünsch der Mitte und der Linke mehr von solchen Köpfen für die Zukunft! Ja, gut hast du's natürlich, wenn du dich nicht verstellen musst, Blödsinn labern kannst, dich als totales Ekel gibst und damit auch noch erfolgreich bist! Klar, das gibt es ja auch in der Politik;). Aber den Anderen bleibt heute nur der Trost, dass wir eine Konkordanzregierung haben und nicht vier oder acht Jahren den Einen Typen und seine Partei an der Macht haben. Die Schaffhauser haben ja jetzt auch einen SVP Nationalrat, mein Vater wird wieder sagen, was für ein Provinznest, und nach Zürich auswandern wollen, -aber ehrlich Papa: nach Zürich? Schau dir da mal die Resultate an, ich meine, wir haben doch immerhin noch den roten Präsidenten und der ist auch noch beliebt! Gute Nacht!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

sorry adi, aber de rot präsident händer leider au nüme allzu lang... da chammer nu säge: provinznäscht (und züri hät ein iwohner meh);)