
Des is ja schon ne Woche seit ich das letzte Mal was erzählt habe?! Die Zeit vergeht auch im oberen Rheinländle schnell! Ich mach ja keine Ferien hier, isch arbeite! Stehen geblieben bin ich bei der idyllischen Jugendherberge, einem Plattenbau in Rheinnähe. Nun, er ist nicht ganz so hässlich wie die Hochhäuser-Wohblöcke welche in unmittelbarer Nähe in den Himmel ragen, aber eine Schönheit der Baukultur eben auch nicht. Da muss man die Kölner aber auch generell entschuldigen, denn ihre Stadt ist ja im 2. Weltkrieg komplett in Schutt und Asche gelegt worden! Nur der Dom blieb damals verschont und der is auch wirklich ein Wunderwerk!
Aber egal ob aussen hässlich, innen war die Jugendherberge okay. Ein Einzelzimmer in einer eh schon fremden Stadt empfiehlt sich jedoch nicht. Ich auf jeden Fall fühlte mich am Abend darauf im Mehrbett-„Apartement“ unter Leuten beträchtlich wohler. Ich traf ich einen Original-Ossi aus Leipzig, der nach der Wende als Vermögensverwalter Karriere machte. So kannte der natürlich die Schweiz, Lichtenstein und Luxemburg. Doch Karriere wenn er im Mehrbettzimmer einer Jugi schläft?! Auf jeden Fall schien er glücklich und er weilte in Köln, weil er Sonntags darauf, also Vorgestern;) beim Kölsche Lauftreff, dem Stadtmarathon mitmachte. Ein anderer Mitbewohner erregte meinen Verdacht weil

er jeden Morgen auscheckte, dann aber abends doch wieder im Zimmer stand. Ich tippte schon auf ein Illegaler, der einfach die Taxen nicht bezahlen wollte und sich jeweils an der Reception vorbeischlich oder die Fassade hochkletterte. Aber es klärte sich auf, dass er nur jeden Tag darauf hoffte ein festes Zimmer in Köln zu finden und so nicht mehr wiederzukommen bräuchte. Tja, keine Ahnung ob er schliesslich Glück hatte, weil ich zog Mittwochs in die WG zu den Jungs Christian und Andre, aber zu denen später mehr!
Dass erste Kölsch liess ich auch nicht lange warten, das musste bereits Sonntags nach meiner Ankunft getestet werden. Ich kaufte es bei einem Türken und setzte mich vor den Dom, der in der aufwändigen Abendbeleuchtung erstrahlte, und fühlte mich dabei ein bisschen wie ein melancholischer Tramper, -oder vielleicht doch eher wie die anarchischen Punks, die gleich neben an sauften,

grölten und ihr Hunde fütterten?! Egal, das Gefühl war sowieso nicht von langer Dauer, da ich am nächsten Morgen in eine ganz andere Welt eintauchen sollte. Die Welt vom grössten deutschen Privatfernsehen RTL und da landete ich bei den Schillernden und Glitzernden, bei Exclusiv, ihrem Promimagazin! Prost Köln!